Ermittlung weiterer Forschungsbedarfe

Die Koordinierungsstellen stehen an der Schnittstelle zwischen geförderten Forschungsprojekten und Forschungsförderer einerseits, zwischen geförderten Projekten und der Umsetzung in die breite Praxis andererseits.

Damit sind sie unmittelbarer Teil einer lernenden wissenschaftlichen Infrastruktur und als Vermittler in mehreren Hinsichten gefragt:

-   Durch die Bereitstellung von Infrastruktur und im beständigen Austausch mit den Projekten und der wissenschaftlichen Community nehmen sie Entwicklungen im Fach sensibel wahr, fassen Tendenzen und Ergebnisse zusammen und reflektieren diese in die forschende Praxis zurück. 

-   Sie bündeln die Ergebnisse und Erfahrungen aus der laufenden Arbeit der Projekte und aus ihrer Vermittlungspraxis und bringen diese in die perspektivische Fortschreibung der Forschungsprogramme beim BMBF ein. 

Der Ermittlung von Desideraten in der Praxis wie in der praxisbezogenen Forschung gilt die besondere Aufmerksamkeit der FiSS-Koordinierungsstelle. Dazu gehören die Identifizierung von neuen Forschungsfragen durch Bedarfsanalysen, deren erste Erprobung in Expertengesprächen sowie die Planung weiterer Förderinhalte und Förderinstrumente im Feld der Sprachdiagnostik und Sprachförderung.

  • In der laufenden Arbeit in den FiSS-Projekten und in der Vermittlung zwischen den interdisziplinären FiSS-Forschungen zwischen Sprachwissenschaft, Sprachdidaktik, Psychologie und Erziehungswissenschaft werden Forschungslücken erkennbar, die in die Initiierung weiterer Forschungen eingebracht werden. 

  • Die FiSS-Koordinierungsstelle Hamburg hat demgemäß an dem BMBF-geförderten Projekt „Bilanz und Konzeptualisierung von strukturierter Forschung zu 'Sprachdiagnostik und Sprachförderung'“ (veröffentlicht 2011 in ZUSE Berichte 2, hg. von Angelika Redder) initiierend wie leitend mitgewirkt, womit zum ersten Mal ein aktueller Stand zum Forschungsbedarf hinsichtlich Sprachdiagnostik und Sprachförderung zugänglich gemacht wurde. Bilanz und Perspektiven zum Themengebiet finden Sie hier.

  • In Expertengesprächen (etwa zur Datenarchivierung, zur Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen des Deutschen als Fremdsprache für den Bereich der Sprachförderung DaZ in der Schule) kann in konzentrierter Form der Status quo erhoben werden und es werden wichtige Anstöße zur Weiterentwicklung gegeben.

  • Ihre wissenschaftlichen Ergebnisse und die Desiderate, die sich aus der bisherigen Arbeit wie aus dem Stand der Forschung ableiten, speist die FiSS-Koordinierungsstelle in den Evaluierungsprozess des BMBF zum Rahmenprogramm Empirische Bildungsforschung ein und wirkt so impulsgebend und wissenschaftsinitiativ auf die Fortschreibung der Forschungsprogramme ein.