Über FiSS

Besucher der FiSS-Frühjahrstagung 2013

Die "Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung (FiSS)" ist einer der Themenschwerpunkte im BMBF-Rahmenprogramm zur Förderung der Empirischen Bildungsforschung. Ziel der Forschungsinitiative ist es, empirisch fundiertes wissenschaftliches Wissen über die Aneignung, Diagnose und Förderung sprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu erarbeiten. Dabei werden insbesondere die spezifischen sprachlichen Anforderungen in den Bildungsinstitutionen berücksichtigt.

Gefördert werden empirisch ausgerichtete Forschungsvorhaben, die die Sprachaneignung und die diagnosegestützte Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen (4 bis 16 Jahre) zum Gegenstand haben. Im Fokus stehen Erwerb, Feststellung und Förderung von Kompetenzen in der deutschen Sprache bei Kindern, die keine wesentlich beeinträchtigte Sprachlernfähigkeit haben. Forschungsfragen und Sprachförder- und Testverfahren, die in den Projekten entwickelt und evaluiert werden, zielen dabei auf Kinder ohne und mit Migrationshintergrund.

Wie Forschungsergebnisse nahelegen, kommt der Ausbildung und dem Training von Sprachförderkräften, ErzieherInnen und Lehrkräften eine Schlüsselrolle in Bezug auf den Erfolg von Sprachfördermaßnahmen zu. Daher ist Qualifizierung bei vielen FiSS-Projekten im Studiendesign von vornherein als ein wichtiges Element mit berücksichtigt.

Bundesweit sind in der zweiten Laufzeit (2012-2015/16) 15 Projekte an der "Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung" beteiligt (12 Projekte in interdisziplinären Verbundvorhaben und 3 Einzelvorhaben). In der ersten Laufzeit (2009-2012/13) wurden in FiSS 24 Projekte gefördert, darunter 17 Projekte in interdisziplinären Verbundvorhaben und 7 Einzelvorhaben. Beteiligte Disziplinen sind u.a. Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik, Psychologie und Psychologisch-pädagogische Diagnostik, Pädagogik / Erziehungswissenschaften, Empirische Bildungsforschung.

Die Arbeit der Projekte wird koordiniert durch eine wissenschaftliche Koordinierungsstelle (Leitung: Prof. Dr. Angelika Redder, Universität Hamburg; wissenschaftliche Mitarbeit: Sabine Lambert M.A.; in der ersten Laufzeit Ko-Koordination durch Prof. Dr. Sabine Weinert, Universität Bamberg). Die Koordinierungsstelle ist Ansprechpartner nach innen und nach außen, sie unterstützt die Projekte bei der Dissemination ihrer Ergebnisse durch eine gezielte Publikationsstrategie und begleitende Dokumentation von Veröffentlichungen, Vorträgen und Workshops; sie bündelt die Öffentlichkeitsarbeit der Forschungsinitiative sowohl für die Fach- wie die allgemeine Öffentlichkeit. Eine wesentliche Aufgabe der Koordinierungsstelle besteht darüber hinaus in der Organisation und Durchführung der gemeinsamen Nachwuchsförderung.

Seit 2013 veranstaltet die Koordinierungsstelle zusammen mit institutionellen Kooperationspartnern eine für alle Interessierten offene Frühjahrstagung. Diese Tagung bietet Forschern und in der Sprachbildung tätigen Institutionen wie KiTas und Schulen, Bildungsverwaltungen und Lehrerbildnern ein interdisziplinäres Forum, um Forschungsergebnisse zu bewerten, kooperative Potenziale für die Sprachqualifizierung der Kinder auszuloten und neue Forschungsbedarfe zu formulieren. Im Jahr 2015 war dies die "3. Internationale FiSS-Frühjahrstagung: sprachen_n@bildung.de" in Hamburg, die - gleichzeitig öffentliche Abschlussveranstaltung von FiSS - ein positives Resumee der gemeinsamen Forschungsarbeit zog.

Veröffentlicht werden die Ergebnisse der Forschungsinitiative im Oktober 2015 in einem von Angelika Redder, Johannes Naumann und Rosemarie Tracy herausgegebenen Sammelband: "Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung - Ergebnisse" beim Waxmann-Verlag.