Sprachverarbeitung DaZ

Sprachverarbeitung bei türkischen Kindern mit Deutsch als Zweitsprache. Neurophysiologische und sprach-wissenschaftliche Untersuchungen

Leitung: Dr. Tanja Rinker, Universität Konstanz

Laufzeit: 1.7.2009 - 30.6.2011

Der deutsche Plural stellt für türkischsprachige Kinder, die das Deutsche als Zweitsprache lernen, eine besondere Herausforderung dar (Wegener, 2005). Während der türkische Plural regelmäßig gebildet wird, ist das deutsche Pluralsystem sehr komplex.

Bisherige neurophysiologische Befunde von erwachsenen Fremdsprachlernern zeigen, dass zunächst Nomen mit Pluralendung als lexikalisches Ganzes gespeichert werden, während diese nach einigen Monaten nach grammatischen Regeln zusammengesetzt werden (Osterhout et al., 2008).

In dieser Studie sollte anhand von ereigniskorrelierten Potentialen (EKPs) untersucht werden, ob türkische L2-Lerner des Deutschen zwischen fünf und acht Jahren deutsche Nomen im Plural noch als lexikalische Einheit oder bereits unter Anwendung grammatischer Regeln verarbeiten.

Nach der Erstellung von entsprechendem Stimulusmaterial - bestehend aus Sätzen mit korrekten und inkorrekten Pluralformen - wurden zunächst bei erwachsenen türkischen L2-Sprechern des Deutschen und einsprachig deutschen Muttersprachlern ereigniskorrelierte Potentiale abgeleitet.

Dasselbe Experiment wurde bei türkischen L2-Lernern und einsprachig deutschen Muttersprachlern im Alter von fünf bis acht Jahren durchgeführt.

Zusätzlich wurden standardisierte Sprachtests, Spontanspracherhebungen im Deutschen und im Türkischen sowie Fragebögen eingesetzt.

 

Leitung:

Dr. Tanja Rinker
Universität Konstanz
FB Sprachwissenschaft
Zukunftskolleg
Fach 185
D-78457 Konstanz
Tel.: 07531/88-2397
Email: tanja.rinker[at]uni-konstanz.de

Wissenschaftliche Mitarbeit:

Nora Budde, Dipl.-Patholinguistin

Elif Bamyaci

Verena Winter