MüWi - Mündliche Wissensprozessierung und -konnektierung

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Empirisch basierte linguistische Grundlagenstudie zu schulrelevanten mündlichen Fähigkeiten in den ersten beiden Jahren der Primarstufe

Leitung: Prof. Dr. Angelika Redder, Universität Hamburg

Mitarbeit: Dr. Susanne Guckelsberger & Barbara Graßer, M.A.

Laufzeit: 2009 - 2012

Das FiSS-Forschungsprojekt MüWi ist nunmehr abgeschlossen. Die empirischen Untersuchungen zum Wechselverhältnis von (deiktischen) Konnektoren und Sprechhandlungen vom illokutiven Typ des Wissenstransfers in der produktiven, gesprochenen Sprache Deutsch sind als angewandte linguistische Grundlagenforschung erfolgreich verlaufen. Querschnittliche und längsschnittliche Auswertungen liegen vor.

Unser Fazit in Kürze:

Für einfache Illokutionen der Wissensprozessierung setzen Schülerinnen und Schüler ein breites und differenziertes Spektrum an deiktischen Ausdrucksmitteln konnektierend ein. Eine gezielte Nutzung deiktischer Verweise in abstrakteren Verweisräumen sowie die Einbringung weiterer paraoperativer Konnektoren erfolgt im Wechsel zu komplexeren Illokutionen der Wissensprozessierung.

Die Kompetenz­entwicklung der semantischen und pragmatischen Basisqualifika­tionen besteht in einer Ausbalancierung des Wechselverhältnisses, welche nicht linear, sondern nach der Art eines „Mitziehens“ mal von der einen, mal von der anderen Basisqualifikation aus geschieht.

Eine Förderung sollte also eine interrelationsinterne Ausgewogenheit, jenseits isolierter oder linear korrelierender Entfaltungslinien, anstreben.

Gesamt-Publikation:

Redder, A., Guckelsberger, S. & Graßer, B. (2013) Mündliche Wissensprozessierung und Konnektierung. Sprachliche Handlungsfähigkeiten in der Primarstufe. Münster: Waxmann (Sprach-Vermittlungen 13). - ISBN 978-8309-2910-9. EUR 29,90 zur Publikation

 

Für die empirische Bildungsforschung bieten wir im Ergebnis:

 

  • einen authentischen Einblick in Unterrichtsdiskurse der Jahrgänge 1 und 2 in Form von Videographien und selektiven Transkriptionen (sprachliche Realität im Unterricht an 5 sozial differenten Hamburger Grundschulen, je 18 Tageskorpora in Deutsch-, Mathematik-, Sachkundeunterricht; Korpus Q1=Querschnitt Unterricht);
  • einen kontrollierten Einblick in bestimmte produktive mündliche Fähigkeiten von Schülern (Korpus Q2=Querschnitt, experimentell erhoben);
  • individuelle Entwicklungen gemäß Korpus L (Längsschnitt), 3 Erhebungszeitpunkte;
  • Kenntnis über das Wechselverhältnis, die Interrelation zweier bislang kaum untersuchter Basisqualifikationen (BQs): die semantische und pragmatische II (mit Einbeziehung der diskursiven BQ) und damit über den systematischen Ist-Stand sprachlicher Fähigkeiten von Schülern dieser Jahrgänge;
  • einen authentischen Einblick in Unterrichtsdiskurse der Jahrgänge 1 und 2 in Form von Videographien und selektiven Transkriptionen (sprachliche Realität im Unterricht an 5 sozial differenten Hamburger Grundschulen, je 18 Tageskorpora in Deutsch-, Mathematik-, Sachkundeunterricht; Korpus Q1=Querschnitt Unterricht);

Geleistet wurden im Einzelnen:

  • Empirische linguistische Fallanalysen zu produktiver Mündlichkeit von Schülerinnen und Schülern bezogen auf (deiktisch basierte) Konnektoren und Illokutionen der Wissensprozessierung in bislang kaum untersuchten Jahrgängen und Handlungskontexten;
  • die Verifizierung des Konzepts der Basisqualifikationen anhand bislang weitgehend ausgeblendeter Qualifikationen als solchen und insbesondere in ihrem Wechselverhältnis (Interrelation);
  • die Verifizierung der Relevanz pragmatischer und diskursiver Basisqualifikationen als Motor sprachlicher Entfaltung;
  • ein diskursanalytischer und experimentell abgesicherter Nachweis des Erfordernisses einer sprachdiagnostischen wie sprach-fördernden integralen Herangehensweise an sprachliche Fähigkeiten, d.h. der Beachtung der Interrelationen und der Balance der Basisqualifikationen;
  • eine korpusbasierte Systematisierung der Verhältnisse sprachlicher Qualifikationen in Form der individuellen Qualifikationenmatrix und ihrer Verallgemeinerung und Dynamisierung im linguistischen Kompetenzgitter als brauchbarer Darstellungsform;
  • eine sprachwissenschaftlich fundierte Erfassung der authentischen Fähigkeiten aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler als Folie für die Einschätzung von institutionellen Erwartungen und Anforderungen in didaktischer und sprachpsychologischer Hinsicht sowie Grundlage für die Qualifizierung von Lehrkräften.

 

Leitung:

Prof. Dr. Angelika Redder
Universität Hamburg
Lehrstuhl für Germanistische Linguistik
Von-Melle-Park 6
D-20146 Hamburg
Email: angelika.redder[at]uni-hamburg.de

Wissenschaftliche Mitarbeit:

Dr. Susanne Guckelsberger

Barbara Graßer, M.A.