FUnDuS -
Teilprojekt Pädagogische Psychologie

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Die Rolle Familialer Unterstützung beim Erwerb von Diskurs- und Schreibfähigkeiten in der Sekundarstufe I (Verbundvorhaben)

Leitung: Prof. Dr. Elke Wild, Universität Bielefeld

Im Verbund mit Prof. Dr. Uta Quasthoff (TU Dortmund)

Laufzeit 1: 1.10.2009 - 30.9.2012, Laufzeit 2: 1.10.2012 - 30.9.2015

Angesichts der engen Kopplung von Bildungspartizipation und sozialer Herkunft in Deutschland widmet sich das Projekt FUnDuS der Rolle des Elternhauses bei der  Fortentwicklung mündlicher und schriftlicher Argumentationskompetenz (AK) als einer Schlüsselqualifikation für Bildungserfolg. Ziel ist herauszufinden, wie sich die AK von der 5. bis zur 9. Klassenstufe weiterentwickelt, welche proximalen Bedingungen in der Familie erwerbsfördernd oder beeinträchtigend sind und inwiefern gerade auch sozioökonomisch schlechter gestellte Eltern durch gezielte Interventionen darin unterstützt werden können, Chancen der Förderung von AK im häuslichen Kontext zu erkennen und produktiv zu nutzen.

In der ersten Projektphase (FUnDuS I: 2009 – 2012) wurde eine Längsschnittstudie  aufgelegt, die disziplinübergreifende Desiderata adressiert und einen interdisziplinären Zugriff (Linguistik/ Spracherwerbsforschung in Kombination mit Pädagogischer / Familienpsychologie) sowie  eine systematische Verschränkung von quantitativen und qualitativen Zugängen vorsah.

An der quantitativen Ausgangserhebung (mixed-method / mutiple informants) nahmen zum ersten Messzeitpunkt 1465 Schülerinnen und Schüler (SuS) und 1054 Eltern teil. Aufgrund des sehr guten Rücklaufs auch in den beiden folgenden, jeweils im Jahresabstand durchgeführten Erhebungen ist gewährleistet, dass differentielle Entwicklungsverläufe (nach SES, Schultyp, Geschlecht usw.) analysiert werden können. Die schulbasierte Rekrutierung und die im Klassenverband erfolgte Testung und Befragung der SuS stellt zudem sicher, dass zu erwartende Beschulungs- und Kompositionseffekte (qua Mehrebenenanalysen) quantifizierbar und von Effekten (mutmaßlich schichtspezifischer) Merkmale der häuslichen Entwicklungs- und Lernumgebung separierbar sind.

Um interaktive Ressourcen im Elternhaus zu identifizieren, die auch in eher bildungsfernen Familien mitunter mobilisiert werden bzw. die umgekehrt in bildungsaffinen Familien unausgeschöpft bleiben, wurden die quantitativen Analysen verschränkt mit einem qualitativen linguistischen Teilprojekt, in dem besonderes Augenmerk auf jene Fälle gelegt wurde, in denen eine – im Vergleich zu Gleichaltrigen mit ähnlicher sozialer Herkunft – über- bzw. unterdurchschnittliche Kompetenz beobachtbarist. Da es gelungen ist, aus der Ausgangsstichprobe eine systematische,  ebenfalls längsschnittlich angelegte qualitative Intensivstichprobe von 38 einschlägigen Familien zu gewinnen, eröffnet sich in FUnDuS erstmalig die Chance, familiale argumentationsbezogene dialogische  Diskurspraktiken im Kontext zu identifizieren.  Diese Befunde wurden in Ausschnitten quantifizierbar übersetzt, damit ihre Vorhersagekraft im Rahmen der quantitativen Längsschnitterhebungen überprüft werden kann.

In der zweiten Projektphase (FUnDuS II: 2012 – 2015) sollen zum einen die längsschnittlichen Erhebungen fortgeführt und die Auswertungen der bereits vorliegenden Daten und deren Distribution für den gesamten Längsschnitt forciert werden. Zum anderen gilt es, die bislang gewonnenen Erkenntnisse unter dem Gesichtspunkt des Abbaus von Chancenungleichheiten fruchtbar zu machen. Daraus leiten sich für FUnDuS II folgende Teilziele ab:

(1) Analyse der vorliegenden und ausstehenden Tests zur Ermittlung der AK, um erstmalig ein datengestütztes Modell von AK und ihres Erwerbsverlaufs von der 5. bis zur 9. Klasse zu entwickeln.

(2) Analyse der vorliegenden und noch zu erhebenden Fragebogen- und Verhaltensdaten zur Identifikation von Bedingungen im Elternhaus, die die Ausbildung von Argumentationskompetenz fördern bzw. behindern können, um ein interdisziplinäres und evidenzbasiertes Modell  spracherwerbsförderlicher Praktiken im Elternhaus zu entwickeln.

 (3) Aufbauend auf (1) und (2)  wird ein Elterntraining entwickelt und in seiner Wirksamkeit geprüft, das auf eine Optimierung von argumentationsbezogenen (informellen) Entwicklungs- und Lernangeboten im Elternhaus abzielt. Die Interventionsstudie adressiert damit zum einen bildungspolitisch unmittelbar relevante Fragen zum Spielraum für die Reduktion von Bildungsungleichheiten und leistet zum anderen einen Beitrag für die optimale Ausschöpfung von Bildungspotentialen.

 

Leitung:

Prof. Dr. Elke Wild
Universität Bielefeld
Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie
Postfach 10 01 31
D-33501 Bielefeld
Tel.: 0521 - 106 - 4524
Fax: 0521 - 106 - 8017
Email: elke.wild[at]uni-bielefeld.de

Kontakt und wissenschaftliche Mitarbeit:

Nantje Otterpohl
Email: nantje.otterpohl[at]uni-bielefeld.de

Jelena Hollmann
Email: jelena.hollmann[at]uni-bielefeld.de

Universität Bielefeld
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Abteilung für Psychologie
Postfach 10 01 31
D-33501 Bielefeld
Tel.: 0521/106-4523
Fax: 0521/106-156865

Ehemalige Mitarbeiter/innen:

Johannes Wibbing