BeFo II - Bedeutung und Form

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Bedeutung und Form - Fachbezogene und sprach-systematische Förderung in der Zweitsprache

Leitung: Prof. Dr. Petra Stanat & Dr. Anja Felbrich, IQB, Humboldt-Universität zu Berlin

Laufzeit 1: 1.4.2009 - 31.03.2012, Laufzeit 2: 1.6.2013 - 31.5.2015

Nach Ergebnissen aus Schulleistungsstudien sind Schülerinnen und Schüler aus zugewanderten Familien in Deutschland deutlich weniger erfolgreich als Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund. Gleichzeitig ist über die Effektivität von verschiedenen Maßnahmen der Förderung dieser Schülergruppe wenig bekannt.

Anknüpfend an Vorarbeiten aus dem Jacobs-Sommercamp Projekt zur Förderung von Sprachkompetenzen bei Kindern aus zugewanderten Familien (Stanat, Becker, Baumert, Lüdtke & Eckhardt, 2012; Stanat, Baumert & Müller, 2005) wurden in der ersten Förderphase des BeFo-Projekts zwei theoretisch fundierte Ansätze der Zweitsprachförderung weiterentwickelt und im Rahmen eines feldexperimentellen Designs auf ihre Wirksamkeit überprüft. Dabei handelte es sich um eine formfokussierte Sprachförderung mit „focus on form“ (FoF) durch sprachsystematischen Unterricht in Deutsch als Zweitsprache und eine bedeutungsfokussierte Sprachförderung mit „focus on meaning“ (FoM) durch fachbezogenen Unterricht in den Fächern Mathematik und Sachunterricht. Zusätzlich zu diesen beiden Treatmentgruppen wurde eine Wartekontrollgruppe in die Erhebungen einbezogen, die die Förderung zu einem späteren Zeitpunkt erhielt. Zur Prüfung der Wirksamkeit der Treatments und der Nachhaltigkeit der Effekte wurden zu insgesamt vier Messzeitpunkten Leistungserhebungen durchgeführt.

Erste, noch vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die im Rahmen der Studie getesteten Kinder in einigen, jedoch nicht allen der untersuchten Kompetenzbereiche verbessern konnten. Für die Kinder in den beiden Fördergruppen lassen sich leichte Vorteile zur Vergleichsgruppe vor allem in denjenigen Kompetenzbereichen nachweisen, die durch den jeweiligen Ansatz direkt gefördert worden sind (Wortschatz, Mathematik).

In der zweiten Förderphase sollen die Erkenntnisse der ersten Förderphase zur Wirksamkeit der beiden Förderansätze durch weitere Analysen vertieft werden. Es werden drei Arbeitsschwerpunkte bearbeitet:

  • Erstens sollen die Ergebnisse der ersten Förderphase durch die Auswertung mündlicher Sprachproben erweitert werden. Die mündlichen Erhebungen ergänzen somit die Papier- und Bleistift-Verfahren der ersten Projektphase und ermöglichen Aussagen darüber, inwieweit sich die Förderung auf die mündliche Sprachproduktion der geförderten Kinder positiv auswirkt.

  • Zweitens sollen die Wirkbedingungen der beiden Förderansätze genauer bestimmt werden. Im Hinblick auf die Übertragung in die schulische Praxis soll das umfangreiche Videomaterial, das im Rahmen der Förderung gesammelt wurde, einer systematischen Analyse unterzogen werden, in der vor allem die Formen und Wirkungen sprachlich aktivierenden Lehrerverhaltens für beide Förderansätze betrachtet werden. Damit wird es möglich, Rückschlüsse über die spezifischen Wirkbedingungen der beiden Förderansätze zu ziehen, die in die Aus- und Weiterbildung von Grundschullehrkräften einfließen können.

  • Drittens sollen für das in der ersten Projektphase entwickelte Testverfahren zur Erfassung grammatikalischer Basiskompetenzen, das sich im Projekt bewährt hat, Normen für die Jahrgangsstufen 2 und 3 der Grundschule für Kinder deutscher sowie nicht-deutscher Herkunftssprache entwickelt werden. Für die Praxis ist dies von erheblicher Relevanz, da derzeit kein leicht einsetz- und auswertbares Gruppentestverfahren zur Erfassung grammatikbezogener Kompetenzen verfügbar ist, das es erlaubt, die Kompetenzen einzelner Kinder in Bezug zur Referenzpopulation zu setzen.

 

Leitung:

Prof. Dr. Petra Stanat
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
D-10099 Berlin
Email: iqboffice[at]iqb.hu-berlin.de

Dr. Anja Felbrich
Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
D-10099 Berlin
Sitz: Hannoversche Str. 19, Raum 07
D-10115 Berlin
Tel.: 030/2093-46513
Fax: 030/2093-5336
Email: anja.felbrich[at]iqb.hu-berlin.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen (bis 2014):

Annkathrin Darsow, M.A.
Email: annkathrin.darsow[at]iqb.hu-berlin.de

Jennifer Paetsch, Dipl. Psych.
Email: jennifer.paetsch[at]iqb.hu-berlin.de