FiSS-Broschüre 2015: Transfer-Perspektiven

Zu Beginn des Jahres 2016 und zum Abschluss ihrer vom BMBF geförderten Arbeit legt die FiSS-Koordinierungsstelle eine Broschüre zu den „Transfer-Perspektiven“ der in den Projekten erarbeiteten Ergebnisse vor. Damit setzt die FiSS-Koordinierungsstelle das erfolgreiche Format der Publikumsbroschüre fort.

Die Broschüre können Sie kostenlos anfordern.

Die Verbund- und Einzelprojekte der zweiten Laufzeit fassen in den von ihnen verantworteten Beiträgen ihre Ziele und wichtigsten Ergebnisse prägnant und in auch für den Laien verständlicher Sprache zusammen. Dazu geben sie praktische Beispiele aus den entwickelten Testinstrumentarien und Fördermaterialien. Damit ist die Broschüre insbesondere geeignet für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von pädagogischem Personal und LehrerInnen, die sich einen Einblick in die aktuelle Forschung zur sprachlichen Bildung in den Bildungsinstitutionen verschaffen möchten.

Wer die Lektüre vertiefen möchte, sei auf den im Oktober 2015 bei Waxmann erschienenen Sammelband verwiesen: Angelika Redder, Johannes Naumann, Rosemarie Tracy (Hrsg.): Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung – Ergebnisse. Münster u.a.

Die Praxis sei interessiert an Problemlösungen – möglichst einfach, möglichst, effizient, und soweit wie möglich standardisiert: So heißt es gerne, wenn über Transfer und Implementation von Forschungsergebnissen in den Bildungsinstitutionen gesprochen wird. In FiSS ist es gelungen, die Perspektiven der Anwendung und des notwendigen Grundlagenwissens von Beginn an produktiv und auf der Basis empirischer Standards zu verbinden. Aufgrund ihres anwendungsorientierten Studiendesigns ist bei vielen der Projekte der Transfer der Ergebnisse in die Praxis bereits vorgezeichnet. Die in der Broschüre präsentierten Einzeldarstellungen aus den Projekten zeigen in beeindruckender Weise, wie verzahnt Grundlagen- und Anwendungswissen im Bildungssektor heute sind. Darüber hinaus wird deutlich, welche Schritte auf dem Weg zu einer breiteren Implementation tatsächlich noch zu gehen sind.

Denn die Implementation von solchen „Prototypen“, wie sie in den FiSS-Projekten entwickelt wurden, ist nicht einfach so zu bewerkstelligen, als wenn man in der Praxis "ein Postpaket abliefere" - so das anschauliche Bild, das Elke Wild in ihrem Podiumsbeitrag im Rahmen der FiSS-Abschlusstagung dafür prägte. Vielfältige Rahmenbedingungen sind für einen gelingenden Transfer von Forschungsergebnissen in die Bildungspraxis zu berücksichtigen. Was man tun kann, um die Implementation sprachlicher Bildung in Qualifikation und Bildungsinstitutionen zu befördern, wird in der Broschüre in einem Rückblick auf das thematische Podium (Zusammenfassung) in zentralen Diskussions-Ausschnitten verdeutlicht.

Dass und inwieweit es gelungen ist, in dem transdisziplinären und kooperativen Forschungsvorhaben FiSS den gestellten Aufgaben und Erwartungen gerecht zu werden, resümiert die Koordinatorin Angelika Redder in einer eindrücklichen „Bilanz“ zu „Wissenschaftlich verantwortbare(r) Sprachenbildung“. Sie greift damit ihren Hauptvortrag der 3. Internationalen FiSS-Frühjahrstagung 2015 vom Mai diesen Jahres auf. In sechs prägnant formulierten Punkten fasst sie die wesentlichen Ergebnisse der Forschungsinitiative und der in ihr zusammengeschlossenen Verbund- und Einzelprojekte zusammen. Gleichzeitig macht sie die Perspektiven deutlich, die für weitere konzertierte Forschungsunternehmungen zu  Sprachdiagnostik und Sprachförderung den Fluchtpunkt darstellen können.

Dabei sind vielfältige Schnittstellen im Spiel. Unsere Fragen berühren sich etwa mit der in unmittelbarer Nachbarschaft tätigen aktuellen Mehrsprachigkeitsforschung. Sie bildet den Hintergrund zum letzten Beitrag der Broschüre: Katharian Brizić, die seit 2015 einen Lehrstuhl für Mehrsprachigkeitsforschung an der Universität Freiburg i.Br. inne hat, berichtet aus ihrem aktuellen Forschungsprojekt zu „Sprachliche(r) Diversität und Schule“ über „Diskursive Strategien für und gegen Ungleichheit“. Wir freuen uns sehr, dass wir ihren Beitrag, der auf der FiSS-Abschlusstagung krankheitsbedingt leider entfallen musste, in der Broschüre erstmals zugänglich machen können. Lehrkräfte mit dem notwendigen „Wissen um sprachliche, soziale und politische Kontexte“ auszustatten, könne eine wirksame Strategie sein, damit Kinder die bildungsinstitutionellen Anforderungen bewältigen lernen – hier treffen sich ihre Forderungen mit einem der zentralen Anliegen von FiSS.

FiSS hat, so erweist sich vor der Folie der Bilanz und der internationalen Diskussion, Potential für Weiteres, und wir hoffen, dass das erreichte hohe Niveau transdisziplinärer Kooperation in FiSS unter einer gemeinsamen Programmatik in einem fortgeschriebenen Rahmenprogramm seine Fortsetzung finden möge.

(sl)